Der schwere Ausstieg aus einer Sekte

Der Ausstieg aus der Sekte erfolgt in der Regel durch eigne Kraft der Mitglieder, welche die Gruppe aus verschiedenen Gründen verlassen. Nur in den seltensten Fällen werfen Sekten ihre eigenen Mitglieder raus. In fast allen Fällen wird die Trennung von der Gruppe von beiden Seiten sehr leidvoll erlebt. Diejenigen, welche weiterhin in der Gemeinschaft bleiben, leiden darunter, dass ein Mitglied der Gemeinschaft durch das Verlassen die sichere Errettung verloren hat. Der Ehemalige verliert durch die Trennung in den meisten Fällen sein komplettes soziales Umfeld, da soziale Kontakte vor allem zu Sektenmitgliedern gepflegt wurden und Personen außerhalb der Sekte wenn überhaupt nur zur Missionierung kontaktiert wurden.

Durch die Trennung vereinsamt man. Es braucht Kraft und Zeit, um ein neues Sozialgefüge aufzubauen. Außerdem muss der Aussteiger in den meisten Fällen erst wieder alltagstauglich werden, was vor allem bedeutet, dass die Zeit von der Person wieder sinnvoll genutzt werden sollte. Da die bisher täglich vielen Stunden Arbeit für die Sekte – Missionierung, Vorbereitung auf Veranstaltungen, Arbeit in sekteneigenen Betrieben – nun wegfallen, macht sich ein Gefühl der Leere breit. “Ich fühle mich wie ein Astronaut, dem das Kabel zur Raumstation abgeschnitten wurde”, äußerte ein Aussteiger, der lieber unbekannt bleiben möchte, nachdem er eine Sekte verlassen hatte.

Innerhalb der Sekte entsteht meist eine Insider-Sprache, mit der sich die Mitglieder untereinander verständigen. Je länger man in einer Gruppe war, desto schwieriger ist es, außerhalb wieder die “normale Sprach” zu sprechen. Insgesamt ist es für den Aussteiger so schwer, weil fast alles, was bisher in der Sekte gegolten hat – Verhaltensweißen, Sprache, Regeln – nun bedeutungslos geworden ist.

Quellenangabe
[ 1 ]
http://www.sekten-sachsen.de/ausstiegsprobleme.htm, 26.03.2010
[ 2 ]
http://www.sektenausstieg.net/sekten/merkmale/1362-was-erschwert-den-ausstieg-aus-einer-sekte.html, 27.03.2010
 
 

Über Sektengefahr

Sektengefahr ist der Eigenanteil einer Seminarfachgruppe des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Erfurt, bei der allgemeine Fragen zu Sekten beantwortet werden. Dieses Informationsportal soll Aufschluss geben, woran man eine Sekte erkennt und welche Gefahren durch diese ausgehen können. Außerdem stellt dieser Internetauftritt wichtige Kontaktinformationen zu Sektenbeauftragten und weitere allgemeine Informationen zur Verfügung. Zu diesem Informationsportal über Sekten gehören zudem verschiedene Anschauungsmittel und Unterrichtsmaterialien, die kostenfrei genutzt werden können.

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