Umgang mit Kritik und Medien
Die Art, wie Sekten mit Kritikern umgehen, ist sehr unterschiedlich. Die Palette reicht von Ignorieren über eine ernsthafte Diskussion bis hin zu Versuchen der Einschüchterung. Ein Großteil der in Deutschland aktiven Sekten entscheidet sich in der Regel für Ersteres. Zur Einschüchterung von Kritikern kommt es eher selten. Jedoch gibt es gerade in den USA auch extremere Vorgehensweißen beziehungsweiße Vorschläge zum Umgang mit Kritikern. Ein US-amerikanische Sektengründer machte beispielsweise den Vorschlag “Wenn Sie sich uns in den Weg stellen, werden wir sofort nach strafbaren Handlungen schauen (…) wir werden Freunde, Ärzte und Nachbarn kontaktieren (…) und werden Sie finden und bloßlegen.”
Ein Großteil der in Deutschland vorhandenen Sekten findet in den Medien nur sehr selten bis gar nicht Beachtung. Bekanntere und eventuell auch gefährlichere Sekten hingegen werden in Printmedien und vor allem im Fernsehen meist durch Dokumentationen oder Reportagen präsentiert. Im Normalfall reagieren die Religionsgruppen mit Dementierung oder Verharmlosung des Gezeigten. Viele Gruppen lehnen es außerdem vehement ab, sich einer Diskussion mit den Medien zu stellen.
Im März 2010 wurde in Deutschland erstmals von der ARD ein auf Tatsachen beruhender Spielfilm mit dem Titel “Bis nichts mehr bleibt” gezeigt. Dieser handelt von einer jungen Familie, welche in eine große sowohl in Deutschland als auch weltweit agierende Sekte geriet, im Laufe des Filmes immer stärker darunter zu leiden hat und letztendlich daran zerbricht.
Die betroffene Sekte reagierte mit einer Gegendarstellung, welche sie zeitnah zu der Ausstrahlung des Filmes veröffentlichte. In dieser Gegendarstellung wurde erklärt, dass sehr viele Aspekte, die in dem Film zu sehen sind, in dieser Form nicht existieren oder stark übertrieben dargestellt wurden. Belegt wurden dies mit Aussagen von einigen der Personen, auf welchen die Filmcharaktere basierten. Diese wurden allerdings unkenntlich gemacht und es bleibt die Frage offen, ob es sich dabei wirklich um diese Personen gehandelt hat.
Zusätzlich stellte sich die Sekte einer dem Film folgenden Fernsehdiskussion mit Frank Plasberg und Gästen, indem sie ihren Presssprecher zu dieser schickte. Dieser versuchte dort ebenfalls, das in dem Film gezeigte zu relativieren und zu verharmlosen. Eine solche Form des Umgangs zwischen einer Sekte und Medien in dieser Form war bis jetzt einmalig.